Spielerporträt
entnommen von der Fanpage
www.glubberer.de
Haseneder bestritt von 1960
bis 1963 43 Oberligaspiele für den Club
und erzielte dabei 33 Tore. Insgesamt trug
er 73mal das Clubtrikot.
Der stämmige Spieler
zeichnete sich durch Schusskraft und einen
ausgeprägten Torinstinkt aus und wurde
auch in der DFB-Jugendauswahl eingesetzt.
Das junge Talent, das früher in Johannis
wohnte und spielte, wurde nach einem Umzug
in die Gegend um den Südfriedhof von
Horst Leupold zum Club gebracht. Diesem neuen
Schulkameraden konnte er stundenlang zuhören,
wenn er vom Training und von schönen
Ferienreisen mit der Clubjugend erzählte.
Er berichtete auch von Max Morlocks Film-
und Diavorführungen über die Reisen
der Clubberer in die ganze Welt. Der Club
wurde so für Haseneder zum Inbegriff
des Abenteuers und der großen, weiten
Welt.
Leupold stellte ihn dem Club-Jugendleiter
Andreas Weiß mit den Worten vor: „Herr
Weiß, ich hab’ da einen, der ist
besser wie ich!“ Und tatsächlich
stellte sich heraus, dass der kleine Kurt
einfach alles konnte. Der Beweis: Sein erstes
Spiel für den Club bestritt er als Stürmer
mit einem falschen Pass 1954 in der 4. Schülermannschaft
und schoss auch gleich zwei Tore. Beim stand
von 5:0 oder 6:0 bekam der Gegner einen Elfer
zugesprochen. Der Torwart bekam weiche Knie.
Kurt ging zu Weiß und sagte: „Herr
Weiß, lassen’s mich ins Tor! Ich
halt’ den Elfer!“ Daraufhin ging
er in den Kasten – und hielt den Strafstoß.
Als junger Spieler wurde er 1960 von Herbert
Widmayer von der Clubjugend in die erste Mannschaft
geholt. Der Stürmer konnte auf nahezu
allen Positionen spielen. 1961 errang er mit
dem 1. FCN als jüngster Spieler der Mannschaft
die deutsche Meisterschaft, 1962 den DFB-Pokal.
Im Meisterschaftsendspiel schoss er für
den Club das wichtige 1:0, im Pokalendspiel
1962 gelang ihm dasselbe noch einmal. Roland
Wabras Kommentar über den damals 19jährigen
lautete: „Er ist schon ein Teufelskerl!“
In der Saison 1962/63 erzielte
er 24 Tore und teilte sich zusammen mit Rudi
Brunnenmeier von 1860 München die Torjägerkanone
in der Oberliga Süd. Auch deshalb kam
es einer Sensation gleich, dass Haseneder
zu Saisonende den Club verließ. Mit
21 Jahren vergab er so die Chance, in der
Bundesliga zu spielen. Sein berufliches Fortkommen,
eine ihm von den Augsburgern verschaffte gesicherte
Existenz und die Liebe im Blick, verschwand
er einfach vom Trainingslager weg und wechselte
zum Absteiger Schwaben Augsburg in die Regionalliga
Süd. Allerdings spielte dabei auch Geld
eine Rolle, denn dem vom Club angebotenen
Handgeld von 20000 Mark für einen Zweijahresvertrag
setzten die Augsburger 50000 entgegen.
Eine etwas andere Version
von Haseneders Abgang erzählte mir ein
ehemaliger Mannschaftskamerad aus seiner Jugend
bei Johannis: „Der Haseneder, der ja
vor seiner Zeit beim Club oft Torwart gespielt
hat, war der Liebling vom Heiner Stuhlfauth.
Weil der ihn so mochte, schenkte er ihm etwas
in seinen Augen besonders Wertvolles: einen
alten Torwartpullover, den er in vielen großen
Spielen getragen hatte. Und was machte der
Haseneder damit? Er hat ihn versoffen! Darüber
war der Stuhlfauth so zornig, dass er dafür
gesorgt hat, dass der Haseneder vom Club weg
musste.“ Nach seiner aktiven Karriere
betrieb er in Augsburg eine Lotto-Toto-Annahmestelle.
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