Was
macht eigentlich ... Otto Kastl?
Beim 2:0-Sieg
gegen den 1. FC Nürnberg im September
1969 vor 17.000 Zuschauern erzielte Otto Kastl
das 1:0 per Kopfball. Mit dem Kopf? Das war
dem 1,70 m „kleinen“ Abwehrspieler
noch nie gelungen, trotz seiner 30 Tore in
262 Spielen für den KSV.
„Ich
habe als Verteidiger mehr Tore geschossen,
als mein direkter Gegenspieler“, freut
er sich heute. Dabei kam ihm neben seinem
Offensivdrang seine Schnelligkeit zugute.
Diese bewies er auch als Leichtathlet mit
der 4x100 m – Staffel des KSV und wurde
Deutscher Jugendmeister mit einem persönlichen
Rekord von 11,1 Sekunden.
1966 kam
der 19-jährige Kastl von seinem Heimatverein
TSV Gudensberg als Stürmer zu den KSV-Amateuren,
wurde Torschützenkönig und dadurch
in die erste Mannschaft nominiert. Allerdings
fiel es ihm schwer sich durchzusetzen, denn
mit Rolf Fritzsche, Bernd Schmidt oder Bernd
Michel hatte er prominente Stürmer vor
sich. Zu seinem Stammplatz, den er sieben
Jahre in der 2. Liga und ein Jahr in der 3.
Liga ausfülle kam er, als er durch Verletzungspech
der damaligen Abwehrspieler auf die Außenverteidigerposition
eingesetzt wurde.
1971 scheiterte
er mit dem KSV knapp am Aufstieg in die 1.
Bundesliga und stellt heute fest: „Die
Bundesliga wäre für uns eine Nummer
zu groß gewesen, auch wenn wir gerne
aufgestiegen wären.“
1975 wechselte
Kastl dann zum KSV Baunatal, mit denen er
den Aufstieg in die 2. Liga schaffte und dort
noch einmal drei Jahre spielte.
Allerdings
sei es nie sein Ziel gewesen Profifußballer
zu werden, denn aus familiären Gründen
wollte der zweifache Familienvater und heutige
Opa in Nordhessen bleiben. Beruflich ist Otto
Kastl als Kundendienstmonteur in Kassel tätig
und erinnert sich gerne an seine Zeit beim
KSV: „Am liebsten würde ich es
noch mal machen“.
Tim Siebrecht
(Stand: Oktober 2005) |