Was
macht eigentlich ... Dieter Vollmer?
Dieter Vollmer
wurde 1935 im westfälischen Herne geboren,
aufgewachsen ist er aber mit seinen zwei Schwestern
und seinem Bruder in Warburg, wo er beim SF
08 zum ersten mal gegen den Fußball
kickte.
Frühzeitig
wurde er in die süddeutsche Jugendauswahl
und mit 17 Jahren sogar in das Trainingslager
der deutschen Jugendauswahl in Duisburg berufen,
wo er unter anderem auf Uwe Seeler traf. Mit
der süddeutschen Jugendauswahl kam es
unter anderem zu Begegnungen gegen das autonome
Saarland, Dänemark und Schweden. Das
Bemerkenswerte an seiner Spielweise war seine
Schnelligkeit, die er auch in der Leichtathletik
unter Beweis stellte. Seine persönlichen
Rekorde waren 10,6 Sekunden auf 100 Metern
und im Weitsprung stolze 7,20 m.
Nachdem schon
ein Kölner Leichathletikverein um ihn
buhlte, kam 1955 auf kuriose Weise sein Kontakt
zum KSV Hessen Kassel zustande, dessen Spiele
er sich auch heute noch im Auestadion anguckt:
Ein Nachbar war Dauergast der Hessen, kannte
die richtigen Leute im Vorstand und „wollte
denen mal erzählen, dass es in Warburg
auch einen guten Fußballer gibt“.
KSV-Trainer Gellesch hatte Dieter Vollmer
dann zum Probetraining eingeladen und damit
war der Wechsel des rechten Außenverteidigers
nach Kassel perfekt. "Der KSV war gerade
in die 2. Liga abgestiegen und wir wollten
wieder das erreichen, was damals die Spieler
des KSV hatten, die, allen voran Gala Metzner,
unsere Vorbilder waren. Das war der Wiederaufstieg
in die höchste Deutsche Liga", beschreibt
Dieter Vollmer die Situation. Es folgten 13
Jahre beim KSV Hessen Kassel mit 335 Spielen
in der 2. und 1962/63 sogar in der 1. Liga.
1964 erreichte er als Mannschaftskapitän
mit dem KSV die Süddeutsche Meisterschaft.
Bei diesen
Erfolgen blieben Angebote nicht aus und so
lag ihm neben einem Angebot des 1. FC Köln
auch ein unterschriftsreifer Vertrag des TSV
1860 München vor. Als der Vorstand das
mitbekam, erhöhten sie seine Bezüge
und konnten ihn zum Bleiben überreden.
Dieter Vollmer beschreibt die damalige Stimmung
im Umfeld als sehr positiv: „Damals
hat die Presse im positiven Sinne die Wahrheit
geschrieben. Auch bei den Zuschauern hatte
ich nie das Gefühl, dass sie uns verlassen
hatten, selbst wenn wir mal Gurken auf den
Platz gelegt haben. Zu unseren Spielen kamen
in der 2. Liga mehr Zuschauer, als zu manchem
Bundesligisten.“
Beruflich
hatte Dieter Vollmer Maschinenbau studiert,
nahm aber einen Job in der Kasseler Stadtverwaltung
beim Liegenschaftsamt an, den er bis zu seinem
65. Lebensjahr ausübte. Auch nach seiner
Karriere blieb er dem Fußball als Spielertrainer
von Warburg 08 und Trainer der Mannschaften
SV Grebenstein, BC Sport Kassel und Willebadessen
treu. Schon während seiner aktiven Zeit
als Fußballer hatte er die A-Lizenz
in Karlsruhe gemacht. Dieter Vollmer ist verheiratet
und hat vier Töchter.
Tim Siebrecht
(Stand: Oktober 2004) |