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Oberliga Hessen, Saison 2005/06
Presse

Was macht eigentlich ... Hans Wulf?

Was ist für alle Torhüter das Wichtigste? Klar - die eigene Kiste sauber halten. Es gibt aber auch Torhüter, die einen ausgeprägten Offensivgeist haben und selbst dann und wann auf Torejagd gehen. So einer war Hans Wulf (54).

In der Jugend spielte er bei Teutonia Überruhr im Angriff, bis ihn sein A-Jugend-Trainer ins Tor stellte. Bevor Wulf im Sommer 1980 nach Kassel wechselte, spielte er bereits für SW Essen und Worms in der 2. Bundesliga. Im Januar 1982 hat er es dann fast geschafft, für den KSV eine Bude zu machen. Die Löwen lagen bei Hannover 96 0:1 zurück, als Wulf Sekunden vor dem Schlußpfiff aus dem Tor stürmte und nur Zentimeter am Pfosten vorbei zielte.

Überhaupt Hannover. Wulfs großes Ziel war immer die Bundesliga und nicht zuletzt die 96'er ließen mit dem Unentschieden am 2. Juni 1985 den Traum zerplatzen, mit den Löwen mal aufzusteigen. Ironie des Schicksals, dass Wulf dann ein Jahr später zu den Niedersachsen wechselte und mit diesen endlich den Sprung in die Eliteklasse schaffte. Dort kam er dann zu acht Einsätzen. Wulf kehrte anschließend wieder zum KSV zurück.

Insgesamt hat Hans Wulf 440 Zweitliga-Einsätze auf seinem Buckel und befindet sich damit immer noch auf Platz vier der ewigen "Rekordspieler-Liste". Nach seiner KSV-Zeit spielte Wulf noch acht Jahre in Lohfelden in der Oberliga, bevor er im Alter von 47 Jahren wegen einer Knieverletzung aufhören musste. Wulf lebt heute wenige Meter vom Auestadion entfernt in der Frankfurter Straße und ist für ein Taxi-Unternehmen beschäftigt. "Noch heute freue ich mich über jeden Fahrgast, der mich erkennt und mit dem ich über alte Zeiten plaudern kann".

Oliver Zehe (Stand: April 2006)