Was
macht eigentlich ... Hans Wulf?
Was ist
für alle Torhüter das Wichtigste?
Klar - die eigene Kiste sauber halten.
Es gibt aber auch Torhüter, die einen
ausgeprägten Offensivgeist haben
und selbst dann und wann auf Torejagd
gehen. So einer war Hans Wulf (54).
In der
Jugend spielte er bei Teutonia Überruhr
im Angriff, bis ihn sein A-Jugend-Trainer
ins Tor stellte. Bevor Wulf im Sommer
1980 nach Kassel wechselte, spielte er
bereits für SW Essen und Worms in
der 2. Bundesliga. Im Januar 1982 hat
er es dann fast geschafft, für den
KSV eine Bude zu machen. Die Löwen
lagen bei Hannover 96 0:1 zurück,
als Wulf Sekunden vor dem Schlußpfiff
aus dem Tor stürmte und nur Zentimeter
am Pfosten vorbei zielte.
Überhaupt
Hannover. Wulfs großes Ziel war
immer die Bundesliga und nicht zuletzt
die 96'er ließen mit dem Unentschieden
am 2. Juni 1985 den Traum zerplatzen,
mit den Löwen mal aufzusteigen. Ironie
des Schicksals, dass Wulf dann ein Jahr
später zu den Niedersachsen wechselte
und mit diesen endlich den Sprung in die
Eliteklasse schaffte. Dort kam er dann
zu acht Einsätzen. Wulf kehrte anschließend
wieder zum KSV zurück.
Insgesamt
hat Hans Wulf 440 Zweitliga-Einsätze
auf seinem Buckel und befindet sich damit
immer noch auf Platz vier der ewigen "Rekordspieler-Liste".
Nach seiner KSV-Zeit spielte Wulf noch
acht Jahre in Lohfelden in der Oberliga,
bevor er im Alter von 47 Jahren wegen
einer Knieverletzung aufhören musste.
Wulf lebt heute wenige Meter vom Auestadion
entfernt in der Frankfurter Straße
und ist für ein Taxi-Unternehmen
beschäftigt. "Noch heute freue
ich mich über jeden Fahrgast, der
mich erkennt und mit dem ich über
alte Zeiten plaudern kann".
Oliver Zehe (Stand: April
2006)