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Regionalliga Süd, Saison 2010/11
Presse

Ex-Torjäger Hampl grüßt aus Thailand

Kassel. Wir erreichen Helmut Hampl am Strand. Der frühere Zweitligaprofi des KSV Hessen Kassel ist in aufgeräumter Stimmung. Er sitze gerade in einem Lokal am Meer und beobachte den Trubel um sich herum. 26 Grad sei es, die Sonne werde bald untergehen.

Hampl, der in den 80er-Jahren für die Löwen 102 Tore geschossen hatte, lebt in Thailand. Genauer: in Pattaya, einer Stadt am Golf von Thailand, etwa 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Bangkok. Ein schönes Leben, wie er sagt. Immer Sonne.

Hampl hatte uns Ende Oktober mit einem Brief überrascht. Schöne Grüße aus Thailand an die HNA-Redaktion und all seine Bekannten in Kassel, hieß es da. Und weiter: Er habe seinen 60. Geburtstag am 29. September im Urlaubsparadies gefeiert. Alles sei super gewesen. Und: Wir sollten alle ihm noch Bekannten beim KSV von ihm grüßen.

Grund genug für uns, ihn anzurufen. Ja, seit zwölf Jahren lebe er eigentlich schon in Thailand. Davon die letzten beiden Jahre ununterbrochen. Eine Art Dauerurlaub, denn er arbeite nicht mehr. Ein Antrag auf Verrentung laufe.

Früher, als Hampl noch in Kassel gelebt hatte, war er als Bauzeichner und Technischer Leiter bei einem Unternehmen in Kaufungen angestellt. Dann wurde er arbeitslos, bekam zeitweise Depressionen, zog um nach Thailand. Jetzt sei alles wieder in Ordnung.

In Thailand hat er in einer deutschen Kolonie ein Appartment angemietet. Dort erhält er regelmäßig auch Besuch aus Nordhessen. Freunde aus Lohfelden waren schon da und Erich Balders, heute 72, der früher Abteilungsleiter beim KSV war und der Hampl in den 70er-Jahren von Neumarkt in Bayern nach Kassel geholt hatte. Nach großen Fußball-Jahren mit Aufstieg in die 2. Bundesliga, 228 Spielen und 102 Toren wechselte er 1985, nach dem knapp verpassten Aufstieg in die Bundesliga, zum CSC 03 Kassel in die unteren Klassen. 1990 schließlich hörte er als Aktiver auf.

Hampl erinnert sich gern an seine Kasseler Zeit zurück. Nordhessen sei seine zweite Heimat geworden. Fußballerisch werde er nie das Spiel beim 1. FC Saarbrücken vergessen, als er binnen vier Minuten beim 3:1-Sieg des KSV drei Tore schoss.

Nordhessen verließ er vor einigen Jahren zunächst Richtung Neumarkt. Dort leben seine beiden Töchter Tatjana und Vivian. Seine Ehe war schon vor 20 Jahren geschieden worden.

Kauderwelsch

Jetzt also Thailand. Die Sprache beherrscht er nicht, er schlägt mit Englisch und ein wenig Kauderwelsch, wie er sagt, aber gut durch. Einige Jahre will er noch dort bleiben. In Kassel war er zuletzt vor zwei Jahren. Im kommenden Mai plane er einen neuen Besuch. Dann will er sich auch das runderneuerte Auestadion ansehen. Im Übrigen interessiere ihn der Werdegang der Löwen nach wie vor. Übers Internet sei er immer bestens informiert. „Hoffentlich steigen sie auf“.

Von Uli Brehme (HNA-Sportredaktion, 10.11.2010)