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Sticker sammeln: Ist es vergleichbar mit Glücksspiel?

Sie sind wahnsinnig beliebt für die eingefleischten Fußball-Fans: Sticker-Alben. Seit unserer Kindheit bis ins hohe Alter widmen wir uns auffällig oft einem Zeitvertreib wie dem Sammeln: Briefmarken, Puppen, Spielkarten oder eben Fußball-Sticker. Bei Stickern geben wir Geld aus und kaufen uns entsprechende Pakete mit Aufklebern und hoffen innig darauf, dass wir absolute Top-Treffer landen, mit denen wir unser Album bereichern können. Doch niemals wissen wir, welche Aufkleber wir erhalten und trotzdem geben wir Geld dafür aus. Da stellt sich die Frage, ob das Sammeln von Stickern vielleicht sogar mit dem Glücksspiel vergleichbar ist? Enthält es demzufolge Risiken? Ein Check.

Worin bestehen die Gemeinsamkeiten?

Wenn man ganz tief in der Suppe löffelt, findet man in der Regel irgendwann ein Haar. Doch in der Suppe löffeln ist dies hier nicht. Es gibt nämlich in der Tat Personen, die vom Sticker sammeln abhängig werden. Parallelen zum Glücksspiel sind sogar gegeben:

  • Unwissenheit: Sammler wissen nicht, was sie in den Päckchen kaufen.
  • Emotionen: Sammler ärgern sich und freuen sich. Emotionale Aktionen entbehren dabei der Vernunft.
  • Ausgaben: Das Kaufen der Sticker kostet Geld.

Worin bestehen nun im Genauen die Gemeinsamkeiten? Was die Unwissenheit angeht, so hat man auch im Glücksspiel keine Ahnung, welche Zahl fällt oder was für ein Blatt die Bank hat. Sticker und Glücksspiel basieren beide auf der Notwendigkeit von Glück, um das zu erreichen, was man möchte.

Dies führt umgehend dazu, dass Sammler emotional werden. Bei passenden Stickern freut man sich und kauft meistens nach. Wie im Glücksspiel sind keine konkreten Grenzen für ein Ende der Risiken gegeben. Beim Scheitern lassen sich Sammler oft dazu hinreißen, nochmals und abermals zu investieren. Das führt zu höheren Verlusten.

Die Ausgaben sind die dritte Gemeinsamkeit: Das Mitmachen beim Glücksspiel erfordert den Einsatz von Geld. Die Sticker-Alben erfordern ebenso einen Kapitaleinsatz. Somit hantieren Sammler gleichermaßen wie Glücksspieler mit einer Ressource, mit der sehr vorsichtig umzugehen ist, weil sie unsere Existenz sichert: Geld.

Ab wann wird das Sammeln zur Gefahr?

Das Sammeln wird dann zur Gefahr, wenn Menschen einen außerordentlichen Drang verspüren und gar nicht mehr aufhören können. Hierzu empfiehlt es sich, auf die Ratschläge anderer zu hören. So, wie ein Messie zunächst selbst nicht merkt, dass er sich zu viele Sachen anschafft und lagert, kann es bei einem Sammler sein. Also ist ein überbordendes Kaufverhalten ein Indiz für eine Sammelsucht.

Des weiteren ist die Frage, wie hoch Sammler ins Risiko gehen, sehr wichtig. Hier muss darauf geachtet werden, dass die Risiken nicht zu hoch ausfallen. Sind die Ausgaben erstaunlich hoch und gar finanzielle kräftige Einbußen aufgrund des Sammelns feststellbar, wird es brenzlig. Solche Risiken wagen Glücksspieler im Casino.

Im weiteren Verlauf sollte noch die emotionale Seite nicht außer Acht gelassen werden: Wenn einen das Sammeln zu sehr beschäftigt und nicht mehr in Ruhe lässt, dann kann eine Abhängigkeit gegeben sein. Wenn Sammler Streitigkeiten mit wichtigen und nahen Personen in Kauf nehmen, nur um das Sammeln zu verteidigen, dann ist ebenfalls Vorsicht geboten.

In all diesen Fällen sollten sich Betroffene Ratschläge holen und sich mit sich selbst auseinandersetzen. Denn hier sind negative Gemeinsamkeiten mit dem Glücksspiel präsent, die sogar zu einer Abhängigkeit und negativen Auswirkungen auf das Privatleben führen können.

Durchaus vergleichbar, aber normalerweise unbedenklich

Ganz gewiss lässt sich das Sticker sammeln unter vielen verschiedenen Gesichtspunkten mit dem Glücksspiel vergleichen. Allerdings ist das Sammeln von Stickern zunächst ein harmloser Zeitvertreib, der weder zu sehr hohen Ausgaben noch zu großen Risiken verleitet. Was bei Einzelpersonen passiert, muss dann allerdings individuell beleuchtet werden.